“Was passiert da eigentlich genau?” ist eine der häufigsten Fragen vor dem ersten Termin. Die Unsicherheit ist verständlich, gerade wenn man selbst noch nie mit Hundephysiotherapie zu tun hatte. Ein Erstbesuch folgt einem klaren Ablauf, der Ihnen und Ihrem Hund Sicherheit gibt, und die meisten Hunde entspannen sich schnell, weil alles in der vertrauten Umgebung zuhause stattfindet.
Der Ablauf beim ersten Termin
Anamnese. Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch: Vorgeschichte, bestehende Diagnosen, bisherige Behandlungen, Alltag und Bewegungsverhalten Ihres Hundes. Je genauer Sie hier berichten können, desto gezielter lässt sich die anschließende Untersuchung ausrichten.
Bewegungsanalyse. Der Hund wird beim Gehen, Traben und gegebenenfalls beim Treppensteigen beobachtet, auf verschiedenen Untergründen und aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Kleine Auffälligkeiten im Gangbild fallen hier oft schon deutlich auf.
Manuelle Untersuchung. Gelenke werden einzeln auf Beweglichkeit und Schmerzreaktion geprüft, die Muskulatur wird seitenvergleichend abgetastet, um Asymmetrien oder Verspannungen aufzuspüren. Auch Haltung und Wirbelsäule werden dabei mit einbezogen, da sich Probleme oft an anderer Stelle bemerkbar machen als dort, wo sie entstanden sind.
Besprechung von Befund und Behandlungsplan. Am Ende des Termins erkläre ich Ihnen, was die Untersuchung ergeben hat, und wir besprechen gemeinsam, welche Maßnahmen sinnvoll sind: manuelle Techniken, gezielte Übungen, unterstützende Anwendungen oder eine Kombination daraus.
Wie Sie sich vorbereiten können
Bringen Sie, wenn vorhanden, Unterlagen der Tierarztpraxis mit, insbesondere Röntgenbilder oder Diagnosen zu bestehenden Erkrankungen. Verändern Sie den Tagesablauf Ihres Hundes vor dem Termin nicht extra, da mich gerade das gewohnte Bewegungsbild interessiert. Eine ruhige Umgebung hilft Ihrem Hund, sich während der Untersuchung zu entspannen. Falls Ihnen zuhause ein bestimmtes Verhalten aufgefallen ist (etwa Zögern vor der Treppe oder ein auffälliges Aufstehen), kann ein kurzes Handyvideo davon bei der Einschätzung sehr hilfreich sein.
Was der erste Termin bringt
Nach dem Erstbesuch haben Sie eine klare Einschätzung, wo Ihr Hund körperlich steht, und einen individuellen Behandlungs- oder Trainingsplan als Ausgangspunkt für die weiteren Termine. Da die Behandlung bei Ihnen zuhause stattfindet, bewegt sich Ihr Hund in seiner gewohnten Umgebung, was ihm die Untersuchung meist zusätzlich erleichtert. Auch für Sie als Halter ist der erste Termin wertvoll: Sie bekommen konkrete Übungen und Alltagstipps an die Hand, mit denen Sie zwischen den Terminen aktiv weiterhelfen können.
Wie es nach dem ersten Termin weitergeht
Der Erstbesuch ist selten der einzige Termin. Meist folgen weitere Behandlungen in regelmäßigen Abständen, deren Häufigkeit sich nach dem Befund richtet: Nach einer OP sind engmaschigere Termine sinnvoll, bei einer stabilen chronischen Erkrankung wie Arthrose reichen oft größere Abstände mit begleitenden Übungen zuhause. Zwischen den Terminen bleibt der Kontakt bestehen, damit der Plan bei Bedarf angepasst werden kann, etwa wenn sich das Verhalten Ihres Hundes verändert oder eine Übung sich als zu anstrengend erweist.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein erster Termin?
Für den Erstbesuch mit ausführlicher Anamnese und Untersuchung sollten Sie etwas mehr Zeit einplanen als für einen späteren Behandlungstermin, damit alle Fragen in Ruhe besprochen werden können.
Muss ich vorher beim Tierarzt gewesen sein?
Bei bestehenden oder unklaren Beschwerden ist eine vorherige tierärztliche Abklärung sinnvoll, um ernste Ursachen wie einen Bandscheibenvorfall oder einen Kreuzbandriss auszuschließen. Für Vorsorge und allgemeine Bewegungsanalyse, etwa bei einem gesunden, aktiven Hund, ist das nicht zwingend nötig.
Findet die Behandlung bei mir zuhause statt?
Ja, ich komme mobil zu Ihnen nach Hause. Ihr Hund bleibt dadurch in seiner gewohnten Umgebung, was die Untersuchung und spätere Übungen meist erleichtert.
Dieser Beitrag beschreibt den allgemeinen Ablauf eines Erstbesuchs und ersetzt kein persönliches Beratungsgespräch. Der genaue Ablauf kann je nach individuellem Befund variieren.
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